Wettanbieter mit deutscher Lizenz 2026: Wer auf der GGL-Whitelist steht

Updated Oktober 2026
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Stand der Daten: 20. Oktober 2026. Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 2. Oktober 2026.

Ein Holzschreibtisch im Morgenlicht mit geschlossenem Notizbuch, Kugelschreiber und Kaffeetasse, daneben ein Smartphone mit dunklem Bildschirm.
Im Jahr 2024 hatten 32 Veranstalter eine GGL-Erlaubnis für Sportwetten, davon 13 hybrid und 19 nur für den Internetvertrieb; 27 dieser Erlaubnisinhaber hatten ein aktives Angebot.

Wer in Deutschland online Sportwetten anbietet, braucht eine Erlaubnis der GGL. Wer dort auf der Whitelist steht, ist legal, an OASIS und LUGAS angeschlossen und an die Regeln des GlüStV 2021 gebunden. Wer nicht auf der Liste steht, fällt in den Bereich des unerlaubten Glücksspiels, mit allen Konsequenzen für Spielerschutz und Gewinnauszahlung. Die Liste ist 30 Einträge lang, davon 27 mit Sportwetten-Erlaubnis, und 19 davon bieten ihre Wetten ausschließlich im Internet an. Welche dieser 27 Anbieter ein aktives Wettprogramm haben und wie sie sich im direkten Vergleich schlagen, ist die Frage dieser Übersicht.

Ranking und Vergleich: Zehn Anbieter mit deutscher Erlaubnis nebeneinander

Die folgende Tabelle führt zehn Anbieter auf, deren Sportwetten-Domain am 2. Oktober 2026 auf der GGL-Whitelist stand. Sortiert ist nach dem Datum der Ersterlaubnis, weil das Datum verrät, wie lange ein Anbieter das deutsche Verfahren schon durchläuft; die Spalte daneben zeigt, in welcher Gesellschaftsform die Erlaubnis tatsächlich hält.

Ein Fußball liegt auf dem Anstoßpunkt eines leeren Rasenplatzes, im Hintergrund eine ruhige Tribüne unter bedecktem Himmel.
Die ersten länderübergreifenden Erlaubnisse für Sportwetten konnten aufgrund von Gerichtsverfahren erst im Oktober 2020 vergeben werden.
Anbieter Status auf der GGL-Whitelist Inhaber der Erlaubnis Sportwetten-Erlaubnis seit
Tipico Sportwetten Tipico Co. Limited 09.10.2020
Sportingbet Sportwetten Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
AdmiralBet Sportwetten Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020
NEO.bet Sportwetten Greenvest Betting Limited 09.10.2020
Sportwetten.de Sportwetten NetX Betting Limited 19.11.2020
bet-at-home Sportwetten Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020
Betano Sportwetten Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021
Winamax Sportwetten WINAMAX SA 29.06.2021
LeoVegas Sportwetten LVSports Limited 21.10.2024
Bet3000 Sportwetten I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026

Auffällig ist die Ballung am 9. Oktober 2020: vier Anbieter erhielten an diesem Tag ihre Ersterlaubnis, weil nach jahrelangen Gerichtsverfahren die ersten länderübergreifenden Erlaubnisse für Sportwetten überhaupt erst im Oktober 2020 vergeben werden konnten. Wer dort steht, hat das deutsche Verfahren also am längsten durchlaufen, hat die meisten Folgeerlaubnisse gesehen und kennt die Auflagen aus der Praxis. Wer erst 2024 oder 2026 auf die Liste kam, ist neu im Markt, was nicht schlechter sein muss, aber eine kürzere Beobachtungsstrecke bedeutet.

Im Folgenden die zehn Anbieter einzeln, jeweils mit dem, was sie im Vergleich hervorhebt: Lizenzhistorie, Angebotsschwerpunkt und dem Punkt, an dem die Wahl zwischen ihnen tatsächlich fällt.

Bet3000 — der Neueste auf der Whitelist

Bet3000 ist die jüngste Aufnahme in diese Reihe. Die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta, hält die Erlaubnis für Bet3000 seit dem 22. April 2026. Damit ist der Anbieter im April 2026 erstmals in das deutsche Verfahren eingestiegen, ein halbes Jahr vor dem Stichtag dieser Übersicht. Eine erste Beobachtung unter der GGL-Aufsicht, mehr noch nicht.

Was den Anbieter im Vergleich hervorhebt, ist die Geschichte hinter dem Namen: Bet3000 war über lange Zeit stationär über Wettvermittlungsstellen präsent, die deutsche Erlaubnis für die Online-Domain kam spät. Wer Bet3000 aus dem Laden um die Ecke kennt, bekommt hier denselben Namen, jetzt mit GGL-Erlaubnis und damit mit LUGAS-Limit und OASIS-Anschluss. Wer einen Anbieter mit langer deutscher Historie sucht, ist bei einem der vier Anbieter vom 9. Oktober 2020 besser aufgehoben.

Für Wen: Spieler, denen der Markenname vertraut ist und die den Anschluss an das deutsche System wollen. Die Beobachtungsstrecke ist kurz, das Wettprogramm muss sich im Alltag noch zeigen.

Winamax — die französische Adresse mit deutscher Folgeerlaubnis

Winamax kommt aus Frankreich, ist dort als Sportwetten- und Pokeranbieter bekannt und hat den deutschen Markt über das Regierungspräsidium Darmstadt erschlossen. Die WINAMAX SA erhielt am 29.06.2021 die Erlaubnis für Online-Sportwetten, die mit Bescheid vom 08.12.2022 verlängert wurde. Seitdem ist die GGL die zuständige Aufsichtsbehörde, Darmstadt war der Ersterteilungsort.

Im Vergleich sticht Winamax durch die Poker-Wurzeln hervor: Das Unternehmen kommt aus dem Kartenspiel-Markt, der deutsche Sportwetten-Markt ist ein zweiter Standbein. Wer einen reinen Sportwetten-Puristen sucht, findet bei den vier Anbietern vom 9. Oktober 2020 mehr Historie auf dem Feld. Wer Winamax aus dem Poker-Bereich kennt, weiß, welche Livewetten-Mechanik das Haus mitbringt, und bekommt sie hier unter deutschem Regime.

Für Wen: Spieler, die einen Anbieter mit Poker-Wurzeln und deutscher Erlaubnis suchen, bei dem Sportwetten neben Kartenspielen stehen.

Tipico — der Bekannteste mit der längsten Beobachtungsstrecke

Tipico ist der Name, der den meisten Lesern in Deutschland zuerst einfällt, und der Anbieter steht seit dem 9. Oktober 2020 auf der Whitelist. Die Tipico Co. Limited hält die Erlaubnis, mit einer Folgeerlaubnis vom 9. Dezember 2022. Tipico ist über Wettvermittlungsstellen, Plakate und Sponsoring im deutschen Profi-Fußball sichtbar, der Auftritt unter der Marke Tipico bündelt das Angebot.

Was Tipico im Vergleich besonders macht, ist die Rolle in der laufenden Rechtsprechung. Der Bundesgerichtshof hat am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) dem Europäischen Gerichtshof die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Rückzahlungspflicht für ältere, vor der Erlaubnis liegende Sportwettenverluste entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € aus Wetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten, mit einer Ausnahme für Fälle, in denen Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Tipico ist also nicht nur der Anbieter, an dem die meisten Wettenden ihre erste Begegnung mit dem deutschen Markt hatten, sondern auch der Anbieter, an dem sich die Frage entscheidet, was die Pflicht zur Erlaubnis rückwirkend wert ist.

Für Wen: Spieler, die einen bekannten Namen mit langer deutscher Beobachtungsstrecke suchen. Wer ältere Verluste aus undokumentierten Quellen hat, sollte die Rechtsprechung im Auge behalten, ohne sich auf eine Auszahlung zu verlassen.

Sportingbet — der zweite aus dem Oktober 2020

Sportingbet ist neben Tipico einer der vier Anbieter, die am 9. Oktober 2020 ihre Ersterlaubnis bekamen. Die Sportingbet (Deutschland) Limited ist Inhaberin, mit einer Folgeerlaubnis für Sportwetten vom 21.12.2022. Zusätzlich hält das Unternehmen eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele vom 15.11.2022, was Sportingbet zu einem der Anbieter mit zwei Erlaubnissen auf der Whitelist macht.

Im Vergleich bedeutet das: Wer bei Sportingbet spielt, kann unter derselben Konzernadresse Sportwetten und virtuelle Automatenspiele nutzen, beides mit GGL-Aufsicht. Das macht Sportingbet für Spieler interessant, die ihr Glücksspielbudget bündeln wollen und ein deutsches Regulierungsregime dem Wechsel zwischen Anbietern vorziehen. Wer reine Sportwetten will, kann das eine vom anderen trennen, weil das Sportwettprogramm und die Slot-Erlaubnis getrennte Lizenzen sind.

Für Wen: Spieler, die unter einer deutschen Lizenz Sportwetten und Slots aus einer Hand wollen, mit derselben Konzernadresse und demselben LUGAS-Limit.

Sportwetten.de — der Anbieter, der im Namen trägt, was er ist

Sportwetten.de heißt, was er ist: ein Anbieter, der seinen Namen trägt. Die NetX Betting Limited mit Sitz in Birkirkara, Malta, ist Inhaberin, die Erlaubnis für die Domain Sportwetten.de besteht seit dem 19. November 2020, mit einer Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022. Der Name ist Programm, das Sportwettprogramm ist das Kernprodukt, der Anbieter wirbt nicht mit Casinospielen oder Slots im Hauptangebot.

Im Vergleich hebt Sportwetten.de sich durch die Namensschärfe hervor: Wer die Domain aufruft, weiß, was er bekommt, und bekommt keine Spielautomaten, kein Poker und keine Live-Casino-Tische im Hauptangebot. Das ist im deutschen Markt keine Selbstverständlichkeit, weil viele Whitelist-Einträge mit gemischten Erlaubnissen verbunden sind. Für Leser, die einen reinen Sportwetten-Anbieter mit deutscher Lizenz suchen, ist das ein klarer Hinweis.

Für Wen: Spieler, die eine klare Fokussierung auf Sportwetten ohne Casinospiel-Beimischung auf der Hauptseite bevorzugen.

LeoVegas — der Newcomer mit Casino-Hintergrund

LeoVegas ist in Deutschland vor allem als Casino-Anbieter bekannt, die LVSports Limited ist die Sportwetten-Tochter der Gruppe. Die Erlaubnis für LeoVegas besteht seit dem 21. Oktober 2024, eine relativ kurze Beobachtungsstrecke im Vergleich zu den vier Anbietern vom Oktober 2020. Die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele auf der Casino-Seite besteht seit dem 27. Februar 2023 und ist älter als die Sportwetten-Erlaubnis.

Im Vergleich sticht LeoVegas durch das kürzere Whitelist-Datum heraus: Der Anbieter ist neu im deutschen Sportwetten-Regime, hat aber die Casino-Kompetenz der Muttergesellschaft im Rücken. Wer LeoVegas aus dem Online-Casino kennt, findet hier die Sportwetten-Erlaubnis, die vor drei Jahren ergänzt wurde. Das Wettprogramm muss sich im Alltag gegen die länger beobachteten Anbieter behaupten.

Für Wen: Spieler, die LeoVegas aus dem Casino-Bereich kennen und jetzt auch Sportwetten unter deutscher Lizenz suchen, mit dem Wissen, dass die Sportwetten-Erlaubnis noch jung ist.

AdmiralBet — der Anbieter mit drei Erlaubnisdaten

AdmiralBet gehört zur Novomatic-Gruppe, ist im deutschsprachigen Raum über Wettvermittlungsstellen und Online seit langem präsent und steht seit dem 9. Oktober 2020 auf der Whitelist. Die Greentube Betting Malta Limited ist Inhaberin, mit Folgeerlaubnissen vom 13. Dezember 2022 und 29. Juli 2024. Für virtuelle Automatenspiele auf der Slot-Domain besteht eine eigene Erlaubnis seit dem 28. September 2022.

Im Vergleich hebt AdmiralBet sich durch die drei Erlaubnisdaten hervor: Die Ersterlaubnis von 2020, eine Folgeerlaubnis von 2022 und eine weitere von 2024 zeigen, dass der Anbieter die deutschen Auflagen wiederholt durchlaufen hat. Wer auf eine lange Beobachtungsstrecke Wert legt, bekommt hier die längste Whitelist-Geschichte der zehn Anbieter in dieser Reihe. Die Mischung aus stationärem Hintergrund und Online-Angebot macht AdmiralBet zu einem der wenigen Whitelist-Einträge, die das hybride Vertriebsmodell aus § 9 GlüStV abbilden.

Für Wen: Spieler, die Wert auf eine lange GGL-Whitelist-Historie und eine hybride Präsenz aus Wettbüro und Internet-Angebot legen.

bet-at-home — der zweite Anbieter mit Sport- und Slot-Erlaubnis

bet-at-home ist ein weiterer Anbieter mit zwei Erlaubnissen auf der Whitelist. Die Bet-at-home.com Internet Limited ist Inhaberin, die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 2. November 2020, mit einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022. Die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele wurde am 28. Dezember 2022 erteilt, also fast parallel zur Sportwetten-Folgeerlaubnis.

Im Vergleich zeigt bet-at-home ein ähnliches Profil wie Sportingbet: ein Anbieter, der Sportwetten und virtuelle Automatenspiele aus einer Hand unter deutscher Lizenz anbietet, mit Erlaubnissen aus 2020 und 2022. Wer ein deutsches Komplettpaket aus Sportwetten und Slots unter einer Konzernadresse sucht, hat hier eine Alternative zu Sportingbet, mit ähnlicher Beobachtungsstrecke und ähnlichem Erlaubnisbild.

Für Wen: Spieler, die unter einer deutschen Lizenz Sportwetten und Slots bündeln wollen, mit einer Beobachtungsstrecke ab November 2020.

Betano — der Anbieter mit österreichischer Konzernmutter

Betano gehört zur Betkick Sportswettenservice, einem österreichischen Unternehmen im Besitz von Stoiximan, das im Februar 2021 die deutsche Erlaubnis erhielt. Die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta, ist Inhaberin, die Folgeerlaubnis wurde am 16. Dezember 2022 erteilt. Betano ist über die Webseite erreichbar, in anderen europäischen Märkten teilt sich der Anbieter den Markennamen mit Schwestermarken der Stoiximan-Gruppe.

Im Vergleich sticht Betano durch den österreichischen Hintergrund hervor: Die Konzernmutter stammt aus dem österreichischen Sportwetten-Markt, ist dort seit Jahren aktiv und hat den deutschen Markt als Erweiterung erschlossen. Wer Betano aus dem österreichischen Markt kennt, weiß, welches Wettprogramm und welche Livewetten-Mechanik das Haus mitbringt; in Deutschland ist das Angebot unter GGL-Aufsicht verfügbar, mit dem vollen OASIS- und LUGAS-Anschluss.

Für Wen: Spieler, die eine international erfahrene Konzernmutter mit dem vollen GGL-Regime verbinden möchten.

NEO.bet — der vierte im Bunde vom 9. Oktober 2020

NEO.bet ist der vierte Anbieter, der am 9. Oktober 2020 seine Ersterlaubnis erhielt, und schließt die Reihe der Erstanbieter ab. Die Greenvest Betting Limited ist Inhaberin, die Folgeerlaubnis wurde am 22. Dezember 2022 erteilt. NEO.bet tritt im deutschen Markt mit dem Schwerpunkt auf Sportwetten auf, ohne dass auf der Whitelist eine zusätzliche Casino- oder Slot-Erlaubnis verzeichnet ist, anders als bei Sportingbet, bet-at-home oder AdmiralBet.

Im Vergleich hebt NEO.bet sich durch diese Schärfe hervor: ein Anbieter, dessen Whitelist-Eintrag ausschließlich Sportwetten umfasst, ohne beigeworbene Casinobereiche. Wer einen reinen Sportwetten-Anbieter mit langer deutscher Beobachtungsstrecke sucht, findet hier neben Sportwetten.de eine zweite Option mit Fokus auf das Kernprodukt.

Für Wen: Spieler, die einen reinen Sportwetten-Anbieter mit Erlaubnis seit Oktober 2020 suchen, ohne zusätzliche Casino- oder Slot-Erlaubnis auf der Whitelist.

Was eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis rechtlich bedeutet

Die Erlaubnis steht im GlüStV 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021. Die GGL mit Sitz in Halle (Saale) ist die zuständige Behörde, sie erteilt die bundesweite Erlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet nach § 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV und beaufsichtigt die Inhaber. Die zentrale Prüfung der Frage, ob ein Anbieter eine deutsche Erlaubnis hat, läuft über die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV, sie ist die einzige amtliche Liste.

Die Whitelist ist eine Momentaufnahme. Der Stand vom 2. Oktober 2026, auf den sich diese Übersicht stützt, weist 30 Einträge aus, davon 27 mit Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten, sowie drei reine Pferdewetten-Inhaber. Insgesamt, über alle Glücksspielarten hinweg, zählte die GGL im September 2026 129 Veranstalter und Vermittler mit Erlaubnis und 229 erlaubte Glücksspielseiten; im September 2024 waren es 32 Veranstalter mit Sportwetten-Erlaubnis gewesen, davon 13 hybrid und 19 nur für den Internetvertrieb, von denen 27 ein aktives Angebot hatten.

Jede Erlaubnis wird für fünf Jahre erteilt (§ 4c Abs. 1 GlüStV), die Whitelist führt nur das Datum der Erteilung, nicht das Ende. Die Domain auf der Whitelist ist die Domain, die unter der Erlaubnis Sportwetten annehmen darf; eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele ist eine andere Erlaubnis mit anderen Regeln. Eine .de-Domain allein beweist nichts, die GGL prüft die Domain und nicht die Endung.

Was darf unter deutscher Erlaubnis gewettet werden

Erlaubt sind Fixed-Odds-Wetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Teils davon, als Einzel- oder Kombinationswette (§ 21 Abs. 1 GlüStV), und nur Wettarten, die die GGL im Sportwettprogramm freigegeben hat (§ 21 Abs. 5). Live-Wetten sind während eines laufenden Ereignisses nur auf den Endausgang oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten erlaubt, in denen solche Ereignisse selten sind (§ 21 Abs. 4). Nächstes Tor im Fußball ja, nächster Satz im Tennis ja; nächster Punkt im Tennis, nächster Korb im Basketball nein.

Verboten sind Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren, was in der GGL-Praxis Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport einstuft, manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung (§ 21 Abs. 1a). Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. E-Sport wird von der GGL nicht als Sport anerkannt, lizenzierte E-Sport-Wetten existieren in Deutschland nicht. Virtuelle Sportwetten sind in der Whitelist-Praxis nicht etabliert, die Übersicht schweigt darüber.

Wer trägt die Sportwettensteuer

Die Sportwettensteuer ist in §§ 16-25 RennwLottG geregelt, sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, die um die Steuer selbst geminderte Wetteinsatz ist. Aus 100 € Einsatz werden also rund 95,35 € Bemessungsgrundlage, die Steuer liegt bei rund 4,65 €; rechnerisch sind das etwa 5,03 % des ausgezahlten Einsatzes, nicht 5,3 % des Einsatzes. Schuldner der Steuer ist der Veranstalter der Wette, nicht der Spieler (§ 19 RennwLottG). Ob und wie der Anbieter die Steuer an den Spieler weitergibt, ist Sache des Anbieters und steht in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Die Steuer gilt auch für nicht lizenzierte Anbieter. Wer seine Sportwettensteuer entrichtet, hat deshalb noch keine deutsche Erlaubnis. Gewinne privater Spieler aus Sportwetten sind auf erster Stufe nicht abschließend geregelt, die Auskunft beim Steuerberater ist der einzige verlässliche Weg; eine pauschale Aussage „Gewinne sind steuerfrei“ oder „Gewinne sind steuerpflichtig“ wäre falsch.

Werbung, Bonus und das, was die Erlaubnis nicht regelt

Werbung für Glücksspiel in Deutschland ist an die Erlaubnis gekoppelt (§ 5 Abs. 7 GlüStV), nur Erlaubnisinhaber dürfen werben. Das Werbeverbot zwischen 6:00 und 21:00 Uhr (§ 5 Abs. 3 Satz 1) gilt für Spielautomaten, Online-Poker und Online-Casinospiele, nicht für Sportwetten. Im Sportwetten-Bereich sind Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung eines Ereignisses auf demselben Kanal verboten, Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären ist untersagt, und eine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz ist ausgeschlossen (§ 5 Abs. 3, 6).

Das Gesetz schreibt keinen Bonus für Sportwetten vor und deckelt ihn auch nicht. Höhe, Umsatzbedingungen und Mindestquoten stehen allein in den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Die Whitelist prüft den Bonus nicht, sie prüft die Erlaubnis.

Spielerschutz: Einzahlungslimit, OASIS und was die Erlaubnis an Auflagen mitbringt

Wer unter deutscher Erlaubnis spielt, ist an OASIS angeschlossen, an die LUGAS-Limitdatei und an die Pflicht zur Identitätsprüfung. Die wichtigsten Regeln im Überblick:

Die Silhouette einer Person sitzt am Abend am Fenster und blickt auf eine Straße, auf dem Fensterbrett steht ein Glas Wasser.
Die GGL nennt für den Online-Glücksspielmarkt in Deutschland eine Kanalisierungsquote von 77 %: 23 % des Marktvolumens 2024 entfielen auf unerlaubte Angebote.

Wer bei einem nicht-lizenzierten Anbieter spielt, ist an OASIS und LUGAS nicht angeschlossen, unterliegt nicht dem 1.000-€-Limit, hat keine deutsche Aufsicht und keine deutsche Beschwerdestelle. Die GGL warnt vor illegalen Angeboten und hat die Zahl der Untersagungsverfahren von 68 im Jahr 2022 auf 287 im Jahr 2025 gesteigert; 1.843 illegale Webseiten waren 2025 aufgrund von Untersagungen oder Netzsperren aus Deutschland nicht mehr erreichbar.

Die Kanalisierungsquote, also der Anteil des Marktvolumens, der auf erlaubte Anbieter entfällt, lag nach einer GGL-Studie auf Basis von Steuerdaten für das Jahr 2022 bei deutlich über 95 %; für den gesamten Online-Glücksspielmarkt gibt die GGL für 2024 eine Quote von 77 % an, was bedeutet, dass 23 % des Marktvolumens 2024 auf unerlaubte Angebote entfielen. Der Sportwetten-Markt ist danach stärker kanalisiert als der Gesamtmarkt, aber nicht vollständig.

Was eine Erlaubnis wirtschaftlich bedeutet: Eine Rechnung zum Einzahlungslimit

Das 1.000-€-Limit pro Kalendermonat ist die zentrale Begrenzung, an der sich jede Rechnung über Sportwetten unter deutscher Lizenz messen muss. Die folgende Überschlagsrechnung zeigt, was passiert, wenn ein Spieler das volle Monatslimit einmal auf eine Wette mit Quote 1,90 setzt, ein Beispielwert, kein beobachteter Marktpreis.

Position Wert Erläuterung
Monatlicher Einsatz 1.000 € Volle Ausschöpfung des § 6c-Limits
Quote (zweiseitiger Markt, illustrative Annahme) 1,90 Beispielwert, nicht beobachtet
Brutto-Rückzahlung im Gewinnfall 1.900 € 1.000 € × 1,90
Rechnerische Auszahlungsquote des Marktes (zwei Ausgänge, 1,90/1,90) ≈ 94,7 % Kehrwert der Summe der reziproken Quoten, 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90)
Rechnerische Marge des Anbieters ≈ 5,3 % 100 % − 94,7 %
Erwarteter Verlust bei einmaligem Einsatz von 1.000 € ≈ 53 € 1.000 € × 5,3 %

Der erwartete Verlust ist die Marge, die der Anbieter im Durchschnitt über viele solcher Wetten behält. Bei einem einzelnen Monatslimit von 1.000 € und einem einfachen Markt mit zwei Ausgängen liegt der erwartete Verlust im Bereich von rund 50 €. Bei Märkten mit drei Ausgängen, etwa 1X2 beim Fußball, ist die Marge höher, der erwartete Verlust entsprechend größer. Bei Märkten mit mehr Ausgängen, etwa Handicap-Linien, kann die Marge niedriger sein, der erwartete Verlust entsprechend kleiner. Wer das Monatslimit auf mehrere Wetten verteilt, zahlt die Marge jedes Mal, der erwartete Gesamtverlust bleibt ein Anteil des Gesamtumsatzes.

Die Rechnung ist ein statistischer Mittelwert über viele Wetten, keine Aussage über den Ausgang einer einzelnen Wette. Wer mit 1.000 € bei Quote 1,90 auf einen Ausgang setzt, gewinnt 1.900 € oder verliert 1.000 €; die Wahrscheinlichkeit, mit der das passiert, hängt von der wahren Wahrscheinlichkeit des Ausgangs ab, nicht von der Quote. Die Marge ist der Anteil, den der Anbieter im Durchschnitt über alle Wetten behält, und sie wird über das gesamte Wettprogramm realisiert.

Wer Sportwetten mit dem Ziel betreibt, einen erwarteten Gewinn zu erzielen, müsste Wetten finden, deren Quote die wahre Wahrscheinlichkeit übersteigt. Solche Wetten heißen Value Bets, ihr Nachweis ist umstritten, und kein Anbieter auf der Whitelist garantiert sie. Das Monatslimit ist die obere Schranke, die Marge ist der Preis, den der Spieler für die Möglichkeit des Wettens zahlt.

Was Offshore-Anbieter von deutschen unterscheidet

Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine rechtliche Wirkung. Das Angebot von Sportwetten an Personen in Deutschland ohne deutsche Erlaubnis ist unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV, strafbar nach § 284 StGB (Veranstalten) bis zu 2 Jahren oder Geldstrafe, nach § 285 StGB (Teilnahme) bis zu 6 Monaten oder Geldstrafe. Strafverfahren gegen einzelne Spieler sind nicht etabliert; die Drohung einer Strafverfolgung ist ebenso falsch wie die Annahme, die Teilnahme sei straffrei.

Zivilrechtlich haben deutsche Gerichte in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verurteilt. Die Frage liegt seit dem 25. Juli 2024 dem EuGH vor (Az. I ZR 90/23, BGH-Beschluss), die Schlussanträge des Generalanwalts vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) halten eine Rückzahlungspflicht dem Grunde nach für möglich, mit einer Ausnahme für Fälle, in denen Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Eine Auszahlung an einzelne Kläger ist damit nicht garantiert, die Rechtsprechung entwickelt sich.

Was Offshore-Anbieter konkret anders machen: Sie sind nicht an OASIS angeschlossen, nicht an die LUGAS-Limitdatei gebunden, kennen kein 1.000-€-Monatslimit und keine Pflicht zur Verifikation bei Kontoeröffnung. Höhere Einsätze, kürzere Wartezeiten, weniger Beschränkungen bei Live-Wetten, weniger Pflichten beim Zahlungsverkehr. Wer sich für einen Offshore-Anbieter entscheidet, kauft diese Freiheiten mit dem Verlust des deutschen Schutzes und der Unsicherheit, ob Gewinne tatsächlich ausgezahlt werden.

Wer in Deutschland spielt und die Whitelist prüft, hat die Wahl zwischen 27 Inhabern einer Sportwetten-Erlaubnis. Die hier vorgestellten zehn sind eine Auswahl, die im Oktober 2026 ein aktives Wettprogramm angeboten haben und deren Erlaubnis in Reichweite des Lesers liegt; sie stehen hier nicht, weil sie besser sind als die anderen 17, sondern weil sie das Spektrum der Beobachtungsstrecken, der Konzernhintergründe und der Erlaubniskombinationen abbilden.

Häufig gestellte Fragen

Wie lässt sich prüfen, ob ein Wettanbieter auf der GGL-Whitelist steht?

Die amtliche Whitelist wird von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder auf ihrer Webseite veröffentlicht und ist die einzige verbindliche Quelle. Sie führt für jeden Eintrag den Anbieter, die Domain und das Datum der Erlaubnis. Eine .de-Domain allein beweist keine Erlaubnis, eine ausländische Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Wirkung. Wer auf Nummer sicher gehen will, gleicht die Domain, die der Anbieter nennt, mit dem Whitelist-Eintrag ab und prüft, ob die Erlaubnis die Sportwetten und nicht nur die virtuellen Automatenspiele abdeckt.

Was bedeutet eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis für das Einzahlungslimit von 1.000 € und das Sperrsystem OASIS?

Das 1.000-€-Limit pro Kalendermonat gilt anbieterübergreifend über die LUGAS-Limitdatei und wird technisch durchgesetzt, eine Umgehung über Mehrfachkonten ist ausgeschlossen. OASIS ist die bundesweite Sperrdatei, die bei Registrierung und Login abgefragt wird; eine Selbstsperre dauert mindestens 3 Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens 1 Jahr. Beide Systeme greifen nur bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis, Offshore-Anbieter sind nicht angeschlossen.

Warum zählt eine Lizenz aus Curaçao oder Anjouan in Deutschland nicht?

Der GlüStV 2021 verlangt für die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet eine deutsche Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3. Eine Lizenz aus einem anderen Staat erfüllt diese Voraussetzung nicht, unabhängig davon, wie seriös die ausländische Aufsicht ist. Die GGL beaufsichtigt die inländischen Erlaubnisinhaber und kann gegen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis vorgehen, von Untersagungen bis zu Netzsperren.

Wie hoch ist die Sportwettensteuer, und wer trägt sie am Ende?

Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, das ist der Wetteinsatz abzüglich der Steuer selbst, was rund 5,03 % des ausgezahlten Einsatzes entspricht. Schuldner ist der Veranstalter der Wette, nicht der Spieler. Ob der Anbieter die Steuer an den Spieler weitergibt, ist eine Frage der Allgemeinen Geschäftsbedingungen; eine Aussage „5,3 % vom Einsatz“ wäre rechnerisch falsch und beschreibt die Bemessungsgrundlage nicht. Gewinne privater Spieler aus Sportwetten sind auf erster Stufe nicht abschließend geregelt.

Gilt die Sportwetten-Erlaubnis auch für Slots, Poker und Casinospiele?

Nein. Die Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV umfasst nur die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten. Virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele fallen unter andere Erlaubnisse mit eigenen Regeln, eigener Werberegulierung und eigenen Schutzmechanismen. Ein Anbieter kann mehrere Erlaubnisse auf der Whitelist haben, etwa Sportingbet mit Sportwetten und virtuellen Automatensätzen; jede Erlaubnis deckt nur das ihr zugeordnete Angebot ab.

Nach welchen Kriterien werden Wettanbieter in einem Vergleich bewertet und gewichtet?

Ein seriöser Vergleich trennt die Lizenzfrage von der Anbieterfrage. Die Lizenzfrage beantwortet die GGL-Whitelist eindeutig: Whitelist-Eintrag ja oder nein, mit welchem Datum, mit welcher Konzernadresse, mit welchen zusätzlichen Erlaubnissen. Die Anbieterfrage betrifft Wettprogramm, Quoten, Mindesteinsatz, Live-Wetten, Auszahlungsdauer, Zahlungsmittel und Bonusbedingungen. Wer beides vermischt, kann einen nicht-lizenzierten Anbieter mit guten Quoten über einen lizenzierten Anbieter mit schwächeren Quoten stellen und damit ein Sicherheitsmerkmal zur Geschmacksfrage machen. Die Reihenfolge in einem Ranking sollte die Lizenz nicht relativieren.

Inhalt erstellt vom Team «Ligawetten Info»